Single Talk: Nein sagen

Vor kurzem gab es in meinem Leben eine Situation, die wieder mal darauf basiert, dass ich Single bin.

Ich habe zu einem Thema meine ehrliche Meinung kund getan, nachdem ich schon länger einfach meine Klappe gehalten hatte. Die Antwort war: Ich kann dich verstehen, aber wenn ich Single wäre, hätte ich den anderen zu liebe zurückgesteckt.

Ich hatte sofort ein schlechtes Gewissen!

Es ging um Menschen und Situationen, die mir sehr wichtig sind und denen ich auch wichtig bin. Das weiß ich. Und trotzdem kam es zu dieser Aussage, die mir erst mal ein schlechtes Gewissen eingeredet hat. Ich habe sofort zurück gerudert.

Aber jetzt mit etwas Abstand, weiß ich, dass es die falsche Reaktion war. Dass genau meine Reaktion verursacht, dass Menschen gar nicht verstehen, was sie da gerade gesagt haben.

Denn sowas kommt meist von Menschen, die schon sehr lang in einer Beziehung leben, die sich wahrscheinlich gar nicht mehr erinnern können, wie es als Single war. Wie es ist, lang Single zu sein, und schon gar nicht, wie es ist Single zu sein, in einem Lebensabschnitt, in dem alle um einen herum einen anderen Weg  gehen.

Ja, es war richtig, NEIN zu sagen. Es war absolut richtig zu meiner Meinung zu stehen.

Und nein, nur weil ich Single bin, muss ich nicht ständig Rücksicht nehmen!!!

Ich bin 35 und die meisten Menschen in meinem Umfeld sind verheiratet und haben mittlerweile Familie oder stehen kurz  davor.

Schon seit Jahren bin ich diejenige, die ihren Rhythmus ändern muss, wenn sie ihre Freundinnen sehen will.

Haben wir uns früher immer Freitag- und Samstagabend zum Ausgehen in der Stadt getroffen, dann ist es jetzt der Brunch Sonntagfrüh um 10 Uhr oder Donnerstagabend, wenn ich es es gerade von der Arbeit schaffe und dafür den Sport ausfallen lasse oder ich darf gern bei ihnen zu Hause vorbei kommen, weil sie gerade echt nicht wegkommen.

Im Unterton schwingt immer mit, dass man als Single ja derjenige ist, der flexibler ist, daher kann man ja Rücksicht nehmen.

Fragt einer mal, ob ich Sonntagfrüh fit genug bin, nachdem ich bis 5 Uhr morgens tanzen war?

Werde ich gefragt, ob ich einen Tee in der guten Stube mit ständiger Babyunterbrechung und nebenbei getätigten Haushaltsaufgaben genauso spannend und befriedigend finde wie einen richtigen Tratschnachmittag bei einem guten Matcha Latte oder einem Glas Wein in der Stadt ohne Ablenkung?

Ich muss ehrlich sein, manchmal hatte ich das Gefühl eines Pflichtbesuches, um den Kontakt nicht vollends abbrechen zu lassen, aber wirklich aufnahmefähig ist dein Gesprächspartner nicht, wenn er nebenbei die Wäsche zusammenlegt oder mal kurz zum Stillen weg muss…und dann noch mal, weil das Baby schreit…und…

Auch in der anfangs angesprochenen Situation geht es um etwas, bei dem ich die letzten Jahre schon meine Klappe gehalten habe, den anderen zu liebe. Doch dieses Mal sollte es wieder so sein, wieder wurde ich eigentlich nicht gefragt, sondern eher im Nachhinein über die Entscheidung informiert. Doch dieses Mal habe ich meine Sicht der Dinge in den Raum gestellt. Und ja, ich habe meinen Willen bekommen, zusammen mit einem schlechten Gewissen und dem Wissen, dass alle anderen eben doch nicht verstehen, was ich wirklich damit sagen wollte.

Warum muss ich denn immer Rücksicht nehmen nur weil ich Single bin? Zählen meine Wünsche und Gedanken weniger, weil sie nur von mir kommen und nicht aus 2 Mündern kund getan werden? Warum wird denn nicht gewürdigt, dass ich die Jahre davor meine Klappe gehalten habe? Warum ist es jetzt „halt schade“, dass ich so denke?

Ganz ehrlich, keiner von denen, die mir in den letzten Jahren mit solchen „Sprüche“ begegneten, versteht auch nur im Ansatz wie es ist in einer Lebensphase Single zu sein, in der es kaum ein anderer in deinem Umfeld ist.

Mit Mitte 20 war Singlesein noch kein Thema, weil es der Normalzustand im Freundeskreis war.

Aber Leute, das ist ja hier kein Kurzzeitprogramm, keine Phase, in der ich einfach mal kurz zurückstecke und meine Bedürfnisse hinten an stelle.

Ich bin seit über 3 1/2 Jahren Single und ich gehe davon aus, dass das auch noch eine Weile so bleiben wird.

Das ist mein Leben! Und ich habe es satt, immer wieder „on hold“ zu leben und auf die Bedürfnisse und Lebensrhythmen anderer Rücksicht zu nehmen.

Ich möchte ernst genommen werden. Ich möchte verstanden werden. Und ich möchte, dass andere mir nicht mehr das Gefühl geben, das sei nur eine Phase. Denn das bedeutet, dass sich niemand damit auseinandersetzt, wie ich eigentlich lebe und dass auch ich Pläne, Termine und Vorstellungen von Treffen mit Freunden habe. Nur weil sich das Leben aller anderen ändert, bedeutet das nicht, dass ich plötzlich Lust habe, meine Sonntagnachmittage im heimischen Garten zu verbringen. Denn mein Leben hat sich nicht verändert!!! Ich gehe noch genauso gern feiern oder in ein Café wie früher. Aber da fragt keiner, was ich denn nun am Samstagabend mache, weil sie ja nicht mehr weg können.

Wenn ich mit Pärchen unterwegs bin und die sich küssen, Händchen halten oder sonstwie ihr Glück rausposaunen, sage ich doch auch nicht „Hey, also wäre ich an eurer Stelle würde echt Rücksicht nehmen und das unterlassen, weil ihr ja Single seid“.

Oder zu meinen Freundinnen sage ich doch auch nicht „ich finde aus Rücksicht, könntet ihr mal wieder Samstagnacht mit mir um die Häuser ziehen“.

Nein, ich freue mich für euer Liebesglück, für eure Kinder, für das erste gemeinsame Haus, die neue Familienkarre usw.

Ich genieße mein Singleleben mittlerweile (meistens zumindest) und der Hauptgrund sind neue Freunde, die auch Single sind, die mir nicht das Gefühl geben, ich müsste Rücksicht nehmen oder meinen Rhythmus ändern. Noch besser war es auf Weltreise, denn da ist das kaum ein Thema, da fast alle, die ich kennengelernt habe, allein reisen und allein waren.

Ich bin für gegenseitige Rücksichtnahme.

Und zumindest trägt meine Rücksicht und meine Bemühungen, den Kontakt zu meinen Freundinnen zu halten, bald Früchte, denn ihre Kiddies werden älter und ihre „Phase“, in der sie nicht weg können und wollen, ist gaaanz langsam vorbei.

Haarbruch und Haarausfall auf Weltreise

Geschichte

Vor ein paar Tagen habe ich mein größtes Weltreiseproblem auf Instagram öffentlich gemacht und unendlich viele Kommentare und Privatnachrichten darauf bekommen.

Ich hatte noch nie in meinem Leben dickes volles Haar, genetisch betrachtet, liegt das einfach nicht in meiner Familie…dafür danke ich Mama und Oma für ein Gesicht ohne Falten ;-). Auch ohne Weltreise verliere ich im Durchschnitt wohl etwas mehr Haare als andere, bisher aber für mich immer noch mehr oder weniger im normalen Rahmen.

Trotzdem war ich vor meiner Weltreise noch mal bei allen Ärzten und habe unter anderem auch einen Bluttest machen lassen, der an sich keine extreme Werte aufgewiesen hat. Mein Schilddrüsenwert geht eher Richtung Unterfunktion, aber noch war der Wert im Rahmen.

Im 2. Monat meiner Weltreise habe ich gemerkt, dass ich verstärkt Haarausfall habe. Da war ich in Taiwan. Zusätzlich habe ich den Monat davor auf den Philippinen natürlich extrem viel Zeit In der Sonne und im Salzwasser verbracht. Aus privaten Gründen war das auch eine etwas aufwühlende Zeit. Ein sehr guter Freund von mir ist gestorben, ein anderer hatte einen schweren Unfall…und ich bin überstürzt zurück nach Deutschland gereist. Die meisten von euch wissen, dass ich zwischendurch knapp 3 Wochen wieder in Deutschland war.

Dort habe ich dann auch andere Dinge im Kopf gehabt, war irgendwann wieder in gewohnter Umgebung und dachte nicht mehr so an den Haarausfall bzw. dachte, das wird jetzt wieder besser.

Dann ging es nach Thailand, wo ich 2 Monate verbracht habe und in dieser Zeit wurde der Haarausfall wieder extrem schlimm. Natürlich war ich auch hier ständig in der Sonne, am Strand, man schwitzt ununterbrochen. Gefühlt konnte ich zusehen, wie meine Haare immer dünner werden.

Links nach 2 Monaten Weltreise, daheim und gestylt…rechts nach knapp 8 Monaten, entstanden nach langer Busreise, platt gedrückt, müde und in der Sonne.

Ich habe gegoogelt wie eine doofe, Anti-Haarausfall-Shampoos gekauft und Tonnen von Kokosöl in meine Haare gekippt. Keine Besserung.

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