Elephant Sanctuary in Chiang Mai

Elefanten und Thailand…irgendwie gehört das für viele zusammen und doch ist es ein kontroverses Thema. Deswegen vorab:

BITTE REITET NICHT AUF ELEFANTEN!

Hintergrund

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Anbieter für Elephant Sanctuarys überall in Chiang Mai. Auch hier habe ich wieder vorab recherchiert und mich für das „Elephant Jungle Sanctuary“ entschieden.

Fakt ist niemand weiß wirklich wie die Elefanten behandelt werden, nachdem alle Touristen weg sind, aber die Reviews für dieses Camp waren gut und meine Erfahrung im Camp war auch durchweg positiv. So oder so geht es den Elefanten zumindest einen Großteil des Tages besser als in den Riding Camps.

Im Elephant Sanctuary habe ich mich eine Weile mit einer Amerikanerin unterhalten, die seit 4 Jahren dort als Volunteer arbeitet.

Zum Preis: Die Preise für Elephant Sanctuarys sind relativ hoch, weil die Organisationen die Elefanten von den Riding Camps abkaufen müssen. Auch heute gehen immer noch mehr Touristen zu den Riding Camps als in ein Elephant Sanctuary. Daher sind die Preise hoch und die Regierung unterstützt die Elephant Sanctuarys nicht. Zusätzlich muss viel Land erworben werden, auf dem die Elefanten dann leben können. Denn Elefanten zerstören Land, wenn sie umherwandern. Das möchte niemand auf seinem Privatbesitz haben.

Anzahl: Das Elephant Jungle Sanctuary hat laut ihrer Aussage in den letzten 4 Jahren 74 Elefanten gerettet und hat mittlerweile 9 verschiedene Camps.

Angeketteter Elefant: In unserem Camp waren mehrere große Elefanten, 2 Teenies und ein Baby. Einer der großen Elefanten war angekettet. Das wollte ich natürlich genauer wissen und man hat mir bereitwillig Auskunft gegeben. Viele Touristen meckern im Nachhinein einfach nur online, wenn da ein angeketteter Elefant war…dafür haben sie nicht bezahlt. Besagter Elefant war neu in der Herde und psychisch noch etwas labil. Man muss verstehen, dass die Elefanten in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben und auch generell nicht dazu geboren sind, sich von uns streicheln zu lassen. Das ist nicht ihre Natur und das vergessen viele Elephant Sanctuary-Besucher gern. Das der ein oder andere noch nicht vollständig domestizierte Elefant angekettet ist, ist also hauptsächlich zu unserer Sicherheit. Wir wollen sie streicheln und füttern und mit Schlamm einreiben und die Organisationen müssen das so anbieten um Geld zu regenerieren, aber gleichzeitig für unsere Sicherheit sorgen. Dem Naturell des Elefanten entspricht dieser Tagesablauf allerdings nicht. Und doch geht es ihm hier so viel besser als in de Riding Camps.
Auch Nachts werden manche Elefanten angekettet, dieses mal zu ihrem eigenen Schutz, nämlich damit sie nicht weglaufen. Ansonsten werden sie von Wilderern eingefangen und wieder an die Riding Camps verkauft.

Für mich klang das alles ziemlich logisch und hat ein durchdachtes Gesamtbild abgegeben. Wir Menschen wollen den Austausch mit Tieren wie Elefanten, Walhaien usw. aber alle schauen gern weg, wenn es um die Umstände geht…die eben teilweise auch nur zu unserer Sicherheit getroffen werden.

Man sollte sich vorher informieren und selbst entscheiden, mit welchen Umständen man sich identifizieren kann und welche man ablehnt.

Ganz auf ein solches Spektakel zu verzichten wäre natürlich der tierfreundliche Königsweg, aber ich muss gestehen, dass es für mich schon sehr besonders war, diesen großen Dickhäutern so nah zu sein.

Anmeldung

Zuerst habe ich eine Mail über die Webseite geschrieben, auf die nach 24 Stunden niemand geantwortet hat. Das Hostel hat dann für mich da angerufen und das Elephant Sanctuary hat dann sofort Kontakt mit mir aufgenommen.

Ich habe die morgendliche Halbtagestour gemacht und in meinen Augen reicht ein halber Tag vollkommen.

Das Ganze kostet 1700 Baht.

Tagesablauf

Ich wurde morgens 6:30 Uhr am Hostel abgeholt und dann ging es erst mal 1 1/2 Stunden im Auto durch die Pampa.

Dann hat man uns kurz etwas zum Camp und zu dem Umgang mit den Elefanten erklärt. Wir haben alle ein Shirt bekommen, das wohl dazu dient, dass die Elefanten uns erkennen und annehmen und dann durften wir die Herde ausgiebig füttern und Fotos machen.

Das Elephant Sanctuary, zumindest in meinem Camp, hat allerdings auch eine Fotografin dabei gehabt, die den ganzen Tag Fotos von uns gemacht hat. Das ist vor allem cool, wenn es später in den Schlamm und ins Wasser geht. Die Fotos werden dann auf Facebook hochgeladen.

Nach der Fütteraktion ging es zum Schlamm-Spa mit dem Elefanten. Hier konnten wir die Dickhäuter wirklich einreiben. Die Haut fühlt sich nass ganz anders an als trocken. Und die Camp-Mitarebeiter haben hier auch großen Spaß die Touristen mit Schlamm zu bewerfen. Gehört dazu! 😉

Dann muss der ganze Schlamm natürlich auch runter, also ging es zum Fluss. Wir haben alle eine Schüssel bekommen und konnten die Elefanten, wie auch uns abspritzen.

In unserem Camp (Nr. 5) gab es einen Wasserfall und so durften wir danach noch ohne die Elefanten ins das kühle Nass springen.

Dann gab es endlich Mittagessen und danach zur Verabschiedung noch mal eine kurze Streicheleinheit mit den Elefanten.

Wir haben außerdem jeder eine kleine Tasche geschenkt bekommen.

Gegen 15 Uhr war ich wieder am Hostel. Ehrlich, die Halbtagestour reicht völlig!

FAZIT

Ich hatte einen sehr schönen Tag und es war ein unglaubliches Erlebnis so großen Tieren, die man in unseren Breitengraden nur aus dem Zirkus kennt, so nah zu sein und sie in einem einigermaßen friedlichen Umfeld zu sehen.

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