Boracay – Meine erster Tauchgang

Ich liebe alles, was mit Wasser zu tun, vor allem, wenn es salzig ist. Ich bin einfach gern am und im Meer. Ich weiß noch wie viel Angst ich vor meinem ersten Schnorchelgang im offenen Meer, damals in Ägypten, hatte. Ich kann gut schwimmen und tauchen, aber das Atmen unter Wasser durch einen Schnorchel habe ich vorher lieber im Pool geübt. Das war auch gut so, denn das brauchte eine kurze mentale Überwindung. Danach ist es wie Radfahren und ich schnorchel seitdem sehr gern. Wobei ich immer noch lieber ohne Schnorchel, nur mit Brille einfach tauche…man muss dann halt immer so schnell wieder hoch.

Wie sieht es jetzt aber mit dem Tauchen aus, also so richtig, mit Ausrüstung und nicht nur 2-3 Meter tief?

Davor hatte ich großen Respekt. Ich weiß vom Schnorcheln, dass ich meine Probleme mit dem Druckausgleich im Ohr habe. Und man hört ja auch allerhand Schauergeschichten über das Tauchen, wie gefährlich es ist. Man ist so tief da unten und kann nicht einfach schnell auftauchen. Außerdem stehe ich generell Sportarten vor, die ohne viel Equipment daher kommen. Ich laufe lieber als Radfahren, Bouldern ist mir lieber als klettern und Schnorcheln war doch bisher ganz cool.

Aber ich wollte es eben schon immer mal ausprobieren und da eine Freundin mit dabei war, haben wir das einfach gemacht. An dem Tag hat es eh geregnet. Wenn das Wasser von oben kommt, kann man auch einfach untertauchen.

Die ganze Ausrüstung und Technik war für mich erst mal beängstigend…davon hängt mein Leben da unten ab. Das erste Mal unter Wasser atmen hat auch Beklemmungsänste ausgelöst, sich mit einem Bleigürtel um die Hüfte einfach rückwärts ins offene Meer fallen zu lassen, erinnert an Mafiafilme und als wir da unten das Wasserauspusten aus der Taucherbrille testen sollten, dachte ich, das war es…war aber eigentlich ganz leicht ;-).

Wie erwartet fiel mir der Druckausgleich aber relativ schwer. Ich brauchte mindestens doppelt so lang als meine Freundin bis ich endlich unten war, weil mir bei jedem Zentimeter wieder die Ohren weh getan haben. Aber irgendwann war ich da unten und dann habe ich noch gemerkt, dass das Atmen viel leichter fällt, wenn man sich einfach in der Waagerechten treiben lässt anstatt im Wasser aufrecht zu stehen. Und dann war es ziemlich cool und hat Spaß gemacht. Es ist toll, nicht alle paar Sekunden auftauchen zu müssen, sondern da unten ein bisschen Zeit zu haben, um sich umzuschauen. Es ist cool, dass man sich nicht viel dafür tun muss, um unten zu bleiben, sondern tatsächlich so ein Gefühl der Schwerelosigkeit vorherrscht. Und da wir beim ersten Tauchgang nur 5-7 Meter tief waren, war es am Grund auch noch hell und das Auftauchen überhaupt nicht problematisch, auch nicht für die Ohren, was meine Befürchtung war.

Vermisst habe ich allerdings die Leichtigkeit und Flexibilität meines Körpers. Ja, man fühlt sich schwerelos, aber man merkt durchaus, dass da überall Gewicht ist und man viel an und um sich drum hat. Wetsuit, Schläuche, Blei und so ein Riesending im Mund. Ich schnorchel sonst auch mit Flossen, aber beim Tauchen konnte ich meinen Körper schwer einschätzen. Man sinkt ständig von allein ab und ich war die ganze Zeit damit beschäftigt drauf zu achten, dass ich mit meinen Flossen keine Korallen zertrümmere oder einen Seestern zertrete. Das ist beim Schnorcheln so viel unkomplizierter. Da kann ich mich und meinen Körper und meine Bewegungen und meine Reichweite einfach viel besser einschätzen.

Fazit

Es war durchaus cool und ich würde es auch wieder machen, in seichten Gewässern. Ich denke nämlich, dass ich nicht wirklich für die Tiefe gemacht bin. Ich will gar nicht so tief sein, dass es dunkel wird und nicht so tief, dass man nicht so einfach schnell wieder auftauchen kann und eigentlich will ich auch gar nicht so genau wissen, was da alles unter mir schwimmt. Vor hübschen kleinen bunten Fischen und Seesternen habe ich keine Angst, aber im Meer gibt ja auch noch weniger (in meinen Augen) attraktive Lebewesen. Ich glaube, ich würde Panik bekommen, wenn mir plötzlich eine Krake zur Begrüßung die Tentakel entgegenstreckt. Schnorcheln ist eher meins (und auch so viel günstiger!!!), aber ich würde es trotzdem noch mal machen.

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