Meine besten Spartipps

Das Finanzthema lässt euch nicht los und auch für mich ist es natürlich sehr wichtig. Dass der 5 Euro-Kaffee bei Starbucks nicht zuträglich beim Sparen ist, wisst ihr vermutlich auch. Daher habe ich mir noch mal ein paar weitergehende Gedanken zum Thema Sparen bzw. zusätzliche Einnahmen gemacht und erkläre euch hier ausführlich, was für mich funktioniert.

Zusätzliches Konto anlegen

Diesen Punkt habe ich meinem ersten Finanz-Beitrag schon mal erwähnt. Und er ist sooo wichtig. Du musst das Geld, das du sparen willst, beiseite schaffen. Zumindest funktioniert es bei mir nicht anders. Wenn ich auf mein normales Konto schaue und den angenehmen IST-Zustand sehe, verfalle ich nicht in den Sparmodus. Ist ja genug da. Aber wenn ich von meinem Konto eine große Summe auf mein Sparkonto überweise ist es aus der Sicht. Aus den Augen aus dem Sinn und das eigentlich Konto wirkt plötzlich viel schmaler. Und die Miete kommt in 10 Tagen ja auch noch und die Reifen müssen gewechselt werden usw.

Mein Kopf schaltet mit der kleineren Summe dann automatisch in den „Oh-jetzt-reiß-dich-aber-mal-zusammen-Sparmodus“.

Haushaltsbuch führen mit banking Software

Viele propagieren die Methode sich einfach selbst eine gewisse Summe Bargeld in der Woche auszuzahlen und das war es dann.

Für mich funktioniert das nicht. Bargeld rinnt mir nur so durch die Hände und ich kann am Ende der Woche nicht mehr nachvollziehen, wo mein Geld gelandet ist. Und mal ehrlich, wer hebt wirklich alle Kassenzettel auf und tippt danach alles in eine Excel-Liste.

Ich bin großer Fan davon auch meine 90 Cent-Wattepads mit der Karte zu bezahlen. Ich zahle alles mit der Karte. Ca. 1 Mal die Woche setze ich mich dann hin und aktualisiere meine Banking-Software (ich nutze Outbank für iOS). Die meisten Ausgaben werden bei mir mittlerweile automatisch kategorisiert. Den Rest erledige manuell. So kann ich ganz genau sehen wo mein Geld geblieben ist, ob ich die Woche neben der Kategorie „Lebensmittel“ andere unnötige Ausgaben hatte, ob Versicherungen ordnungsgemäß abgebucht wurden (Bei mir wurde die Auslandskrankenversicherung mal doppelt abgebucht, im Januar und im März. Ohne Haushaltsbuch hätte ich das bei 10 Euro niemals gemerkt.) und wie ich mich im Vergleich zum Vormonat geschlagen habe.

Ich persönlich kann Kartenzahlung und eine Banking-Software also absolut empfehlen.

Ein zeitfüllendes Hobby zulegen

So, jetzt kommen wir mal zu den echten Tipps ;-).

Mein wohl bester und für mich erfolgreichster Tipp ist: Sucht euch ein Hobby!

Wenn es geht nicht Fallschirmspringen oder Tauchen, denn das ist in der Ausführung wiederum sehr teuer. Shoppen, ins Kino gehen und mit Freunden Kaffee trinken, ist KEIN Hobby!!! Sorry! Tretet einem Verein bei, geht ins Fitti, geht mit dem Hund raus und versucht ihm neue Kunststücke beizubringen, Schwimmen, Inline Skates fahren, lesen (mit Büchereianmeldung natürlich anstatt immer neue Bücher zu kaufen) usw…

Wer mich auf Instagram verfolgt, weiß, dass ich seit einem Jahr so richtig mit dem Sport angefangen habe. Und auch, wenn ich gerade nicht mehr ganz so regelmäßig darüber berichte, bin ich immer noch 3-4 mal die Woche dabei. Ich bin in einem sehr günstigen Fitti für unter 20 Euro im Monat und da ich die eh bezahle, nutze ich meine Zeit doch dort. Wenn ich also 3-4 Mal die Woche nach der Arbeit zum Sport gehe, sind das schon mal 4 Abende, an denen ich nicht anderweitig Geld ausgeben kann. Für mich ist es perfekt und macht in meinem alltäglichen Leben tatsächlich auch den größten finanziellen Unterschied…und körperlichen nebenbei natürlich auch 😉

Zusätzlich versuche ich eben das Wochenende mit anderen Beschäftigungen als Bummeln in der Stadt zu füllen. Das habe ich früher nämlich immer gemacht. Allein dadurch, dass meine Wochentage oft bis zum Abend ausgefüllt sind, muss ich am Wochenende endlich mal aufräumen, Wäsche waschen, Admin-Zeug erledigen und sowas. Und ansonsten gehe ich spazieren, treffe mich mit Freunden am See,  zum Spazierengehen oder dann halt doch mal zum Essen oder bearbeite meine Urlaubsfotos und -videos. Das muss ja auch gemacht werden und nimmt viel Zeit in Anspruch. Auch Social Media kann ein Hobby sein.

Food Prep

Diesen Punkt kann ich gar nicht oft genug betonen. Neben einem Hobby, mit dem ich meine Zeit verbringe, spare ich durch diesen Punkt das meiste Geld.

Wer irgendwie kann, kocht für sich vor. Alles was ihr braucht, ist eine Mikrowelle auf Arbeit – für mich wichtig, da ich Mittags gern warm esse. Ansonsten könnt ihr natürlich auch Salate, Wraps usw. kalt essen. Als ich noch in meinem alten Büro war, gab es in der Kantine keine Mikrowelle. Im Durchschnitt habe ich dort 5 Euro am Tag ausgegeben. Zum Ende hin, hatte ich immer öfter mein eigenes Essen dabei, das ich in der Büroküche aufgewärmt und dann über den kompletten Standort in die Kantine getragen habe. Ja, man kommt sich ein bisschen doof vor, aber so konnte ich trotzdem mit den Kollegen essen und dabei sparen…und gesünder essen.

Mittlerweile habe ich seit 1 1/2 Jahren keine Kantine mehr und habe mein Food Prep perfektioniert. Ich koche ungefähr alle 2 Wochen Sonntagabend 2 Gerichte in großen Mengen vor und friere dann alles ein. Wenn ich dann unter der Woche abends auch mal was koche, mache ich davon auch gleich etwas mehr. So komme ich 2-3 Wochen über die Runden bevor ich wieder groß kochen muss.

Und nein, mir macht es nichts aus, alle 2-3 Tage das gleiche zu essen. Ich mag mein Essen und nebenbei ist es auch noch gesünder als das was man so auswärts kauft. Und ich spare eben extrem viel Geld.

Handyvertrag kündigen

Seit Ende August 2016 bin ich ein Prepaid-Mädchen, das erste Mal seit ich 18 Jahre bin. Mein Vertrag ist ausgelaufen und ich habe ihn rechtzeitig gekündigt, weil man aus einem Handyvertrag nicht so einfach rauskommt, nur weil man ins Ausland geht. Die letzten Monate habe ich jetzt also prepaid und weiß gerade gar nicht warum ich das nicht schon viel eher getan habe!!! Ich hatte jeden Monat 40 Euro bezahlt und jetzt sind es nur noch 10 Euro. Und ich komme damit auch zurecht. Einfach mal so 30 Euro im Monat zu sparen, ist schon geil.

Einfach nicht in die Stadt gehen

Auch diesen Punkt habe ich schon mal erwähnt. Ich bin gegen Konsumwünsche auch nicht komplett immun. Ich mag auch schöne Sachen, wenn ich sie sehe.

Aber hier gilt ganz klar wieder das Prinzip: Aus den Augen, aus dem Sinn. Mir fällt es soooo viel leichter nicht zu shoppen, wenn ich die Gefahrenzone erst gar nicht betrete. Ohne Window-Shopping ist die Versuchung viel kleiner. Ohne das Objekt der Begierde vor Augen zu haben, fühlt es sich auch gar nicht nach Verzicht an. Ihr wisst ja gar nicht, was ihr angeblich unbedingt haben wollt.

Macht es also einfach nicht! Geht lieber eurem Hobby nach.

Ausmisten und weiterverkaufen

Mistet aus und findet wieder im Schrank, was euch wirklich gefällt.

Und dann versucht mal den ganzen anderen Kram loszuwerden: Flohmarkt, ebay, Kleiderkreisel. Es ist erschreckend und ernüchternd was man noch für seine Teile bekommt…nämlich nur einen Bruchteil des Neupreises und da ist es egal, ob das Stück so gut wie ungetragen ist. Mich hat das ziemlich wachgerüttelt. Ich stand beim Flohmarkt, habe alles aufgebaut, war selbst schockiert wie viel es ist und habe dann mal überschlagen wie viel tausende Euro hier auf dem 3m-Tisch liegen und dann seht ihr ja selbst wie wenig Groschen ihr am Ende dafür bekommt. Es fühlt sich an, wie Geld verbrannt zu haben!

Shop your stash

Das ist ein Prinzip, das ich super finde. Lerne wieder zu lieben, was du daheim hast.

Was mir persönlich unglaublich geholfen hat: Kleiderschrank verkaufen, Kleiderstangen aus Kupfer selbst bauen und dann immer alles griffbereit haben. Ich gebe zu, das ist nicht für jedermann/frau, aber ich liiieeebe meine Kleiderstangen und ich erfreue mich jeden Tag daran, alles zu sehen, was ich gern mag. Ich habe seitdem viel weniger das Bedürfnis einzukaufen, da ich ja immer sehe, was ich alles besitze. Außerdem ist der Platz sehr beschränkt, weil ich nicht mehr in den Tiefen großer Fächer stopfen kann.

Für mich persönlich sind die Kleiderstangen die perfekte Alternative zu einem Kleiderschrank und bieten das tägliche „shop your stash-Erlebnis“, auch weil es sich einfach wie im Laden anfühlt ;-).

Sich Dinge schenken lassen

Gerade im Bezug auf meine bevorstehende Weltreise habe ich bisher, bis auf die neue Kamera, noch nichts selbst gekauft. Ich hatte im August Geburtstag und auch zu Weihnachten habe mir jede Menge Weltreise-Utensilien schenken lassen, denn Kleinvieh macht am Ende ja auch Mist. Alles, was ihr am Ende nicht selbst kaufen müsst, ist gespartes Geld. Bei mir war es bisher z. B.:

  • Reisehandtücher
  • Rucksack-Regenhülle
  • TSA-Schloss
  • Fjällraven-Rucksack
  • Stoßfeste externe Festplatte
  • Stirnlampe
  • Portabler Safe
  • Weltstecker
  • Reisewäscheleine usw.

Ihr seht schon, da kommt was zusammen. Viele der Dinge kosten im Internet auch nicht viel, aber insgesamt bin ich sehr froh, das alles nicht selbst finanzieren zu müssen. Und alle anderen sind glücklich, weil sie mir endlich mal wieder ein sinnvolles Geschenk machen konnten.

Zusätzliche Einnahmen generieren

Zusätzliches Geld ist am Ende gespartes Geld. Ich hatte vor Kurzem echt überlegt, ob ich die letzten 3 Monate ne WG aus meiner Wohnung mache, weil das Wohnzimmer ja eh schon halb leer ist und von mir nie genutzt wird (Notiz an mich: eine 1-Zimmer-Wohnung tut es nach Rückkehr auch). Die Idee habe ich dann aber wieder verworfen.

Die schnellste Lösung ist natürlich ein regelmäßiger Nebenjob oder kleine zeitlich limitierte Jobs. Da mein Projekt (also mein eigentlicher Job) gerade in die Endphase geht, kommt das für mich persönlich nicht in Frage. Ich gebe sogar meine Wohnung schon einen Monat eher auf, weil ich die Befürchtung habe, dass es am Ende im Job sehr stressig wird und ich mich dann nicht um beides kümmern möchte.

Ich nehme derzeit vor allem durch den Verkauf meines ganzen Hab und Guts zusätzlich Geld ein. Ich habe frühzeitig mit dem Verkauf meiner Sachen angefangen (deswegen ist das Wohnzimmer ja schon leer), um nicht in einen zu großen Preisdruck zu geraten. Ich verkaufe alles (über Flohmarkt, ebay Kleinanzeigen, an meine Nachmieterin), was bei mir UND auch bei meinen Eltern 😉 so rumsteht und plane am Ende bei ca 1.500 Euro im Plus zu sein. Dazu kommt der Verkauf meines geliebten Autos, den mein Papa nach meinem Abflug managen wird.

Ansonsten fragt doch mal Freunde und Familie, ob ihr irgendwo aushelfen könnt. Hundesitting, Umzugshelfer, Inventur im Baumarkt, Partyservice…es gibt jede Menge kleine Jobalternativen, wenn man ein bisschen flexibel und willig ist. Seit ich 14 bin und bevor ich einen Vollzeitjob hatte, habe ich immer nebenbei gearbeitet, erst ganz klassisch Zeitungen austragen und später in einem Restaurant mit sehr guten Trinkgeld-Bedingungen.

Steuererklärung machen

Ätzendes Thema, aber ich habe mal schnell die letzten 3 Jahre nachgeholt ;-). Lohnt sich durchaus.

Abos kündigen

Außer meinem Fitness-Studio habe ich im Sommer alle Abos gekündigt…Handy, Zeitschriften, Douglas-Karte usw…ja, auch für die Douglas-Karte wollen sie 6 Euro im Jahr. Das Fitti läuft noch bis zum Schluss, ist dann aber auch beendet. Ok, Spotify behalte ich, auch auf Weltreise.

Weniger weggehen

Ich war die letzten Wochen/Monate für meine Verhältnisse sehr wenig aus, also zum Essen und Feiern. Auch am Wochenende bin ich oft einfach mal daheim geblieben. Es ist manchmal hart, macht sich auf dem Konto aber extrem bemerkbar.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir hier ein paar Tipps geben oder aufzeigen, was eher machbar ist als anderes. Ich kann nur sagen, dass sich jetzt zum Jahresende und so kurz vor meiner Weltreise mein Konto von seiner prallen Seite zeigt. Selbst meine Eltern waren heute morgen total überrascht. Alle denken immer, ich bin nur am Reisen und Weggehen, aber das ist eben, was ich online teile. Die Abende, die ich mich im Fitti abstrample oder mit Selbstgekochtem allein daheim sitze, überwiegen definitiv.

Was sagst du dazu?