2. Wie geht man eine Weltreise an?

Vor ein paar Tagen saß ich mit einem netten Typen abends am Fluss beim Eisessen. Auf einmal fragte er mich: „Du, wie macht man das, einfach so auf Weltreise zu gehen?“

„Man muss sich dazu entscheiden!“

Das war meine Antwort. Und das ist es eigentlich auch schon. Danach folgen alle logischen Konsequenzen in chronologischer Reihenfolge.

Es gibt etliche Blogs im Internet, die euch auflisten welche Schritte wann vor einer Weltreise Sinn machen. Deswegen werde ich das nicht tun. Außerdem plant jeder anders, bei jedem sind die Gegebenheiten anders.

  • Wohnst du in einer WG, bei den Eltern, mit Partner, allein?
  • Hängst du an deiner Wohnung und willst sie nicht weggeben oder ist dir das egal?
  • Bekommst du im Job ein Sabbatical, Freistellung, Kündigung oder bist sowieso gerade zwischen 2 Jobs oder am Ende des Studiums?
  • Hast du ein Auto oder nicht?
  • Reist du allein oder nicht?

Für jeden sind die Voraussetzungen so unterschiedlich, da kann man keine pauschalen Aussagen treffen. Du musst einfach nur deine Entscheidungen treffen.

Viele empfehlen eine Planungsphase von ca. 1 Jahr für eine längere Reise.

Natürlich braucht alles etwas Zeit, aber das ist unterschiedlich je nachdem wie deine Voraussetzungen sind. Wer keine Wohnung auflösen muss, spart enorm Zeit. Wer „nur „ 4 Monate reist, hat ganz andere Entscheidungen zu treffen, als jemand, der länger weg sein wird. Wer arbeitstechnisch z. B in einem fortlaufenden Projekt eingebunden ist, hat am Ende eventuell weniger zu stemmen, als wenn etwas zu Ende gebracht werden muss – so ist es zumindest bei mir. Ich weiß, dass ich zum Ende hin vor allem beruflich eingespannt sein werde, daher trenne ich mich von meiner Wohnung etwas eher, als für andere vielleicht sinnvoll. Außerdem ist es für mich allein einfacher bei Freunden temporär unterzukommen, wie wenn gleich 2 Leute ( also ein Paar) eine Übergangsbleibe suchen.

Wichtige Entscheidungsgrundlagen

Viele meiner Entscheidungen haben als Grundlage, dass ich mich frei und ungebunden, während und nach der Reise fühlen will.

Ich lasse also lieber vorher los und fange danach neu an.

Ich möchte mich auch nicht selbst unter Druck setzen. Ich plane zwar eine längere Reise, aber wenn ich nach ein paar Wochen oder Monaten merke, dass ich keinen Bock mehr habe, mich nach Routine und einem eigenen Bett sehne, dann komme ich eben zurück. Es ist ja nichts verloren. Ich habe dann eben gelernt, dass eine Homebase für mich doch wichtiger ist, als ich es zur Zeit glaube. Meine Entscheidungen sind also so gefallen, dass ich nach 2 oder auch erst nach 20 Monaten zurückkommen kann. Weder Job noch Wohnung noch sonst irgendwas sollen das Ende meiner Reise bestimmen (sowohl früher als auch später).

Auch sind meine Entscheidungen natürlich davon beeinflusst, dass ich Single bin. Ich denke, das ist ein wichtiger Aspekt, der mich beim Zurückkommen sehr viel weniger abhängig macht, als vielleicht ein Pärchen, wo einer von Beiden z. B wieder in den alten Job in der alten Stadt einsteigt oder der Familien und Freundeskreis einfach sehr fest ist.

Ich wohne auch jetzt schon nicht in der Nähe meiner Eltern und durch die ganzen Umzüge habe ich keinen festen Kreis an Freunden, die ich seit dem Kindergarten kenne und seit 30 Jahren alles mit Ihnen teile. Mit ein bisschen Zeit und Muße kann man überall Freunde finden.

Hier werde ich also über meine persönlichen Voraussetzungen und Entscheidungen zu immer wieder gefragten Themen berichten.